Das Junge Kolleg
Die Akademie fördert seit 2006 über das Junge Kolleg den wissenschaftlichen Nachwuchs. Das Kolleg ist ein Ort für freies Forschen und den disziplinübergreifenden Dialog. Es steht Promovierten sowie herausragenden künstlerischen Talenten aus Nordrhein-Westfalen offen und bietet seinen Mitgliedern die Gelegenheit, Forschende und Kunstschaffende aus verschiedenen Fachrichtungen und auf einer ähnlichen Karrierestufe kennenzulernen. Hier begegnen sich einige der Besten ihrer Fächer, deren Wege sich sonst nicht kreuzen würden. Vertreten sind die Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften und Medizin, Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften sowie die Künste.
Förderung und Aufnahmebedingungen
Die Aufnahme in das Junge Kolleg ist eine wichtige Auszeichnung für den wissenschaftlichen und künstlerischen Nachwuchs in NRW. Die Stipendiat/innen bekommen für einen Zeitraum von bis zu vier Jahren ein jährliches Stipendium in Höhe von 10.000 Euro. Voraussetzung für die Mitgliedschaft im Jungen Kolleg sind herausragende wissenschaftliche Leistungen an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung in Nordrhein-Westfalen oder herausragende Leistungen im Bereich Kunst. Die neuen Mitglieder dürfen bei ihrer Aufnahme nicht älter als 36 Jahre sein und noch keine unbefristete Stelle als Hochschullehrer/in innehaben. Die Ausschreibung für das Junge Kolleg erfolgt regelmäßig im Frühjahr. Selbstbewerbungen sind ebenso möglich wie ein Vorschlag einer nordrhein-westfälischen Hochschule, außeruniversitären Forschungseinrichtung oder von Mitgliedern der Akademie.
Arbeitsweise
Die Mitglieder gestalten das Kolleg aktiv mit. Im Mittelpunkt stehen der regelmäßige Austausch und die gemeinsame Entwicklung neuer Themen und Projekte. Im Rahmen von Klausurtagungen, Workshops und projektbezogenen Arbeitsgruppen entstehen Fragestellungen, die aktuelle wissenschaftliche, gesellschaftliche und kulturelle Entwicklungen aufgreifen. Dabei hat sich das Junge Kolleg bewusst für eine flexible Arbeitsweise entschieden: Statt eines festen Jahresthemas arbeiten die Mitglieder parallel an unterschiedlichen Projekten, die sich aus ihren gemeinsamen Interessen und aktuellen Herausforderungen entwickeln.
Die Nachhaltigkeitsinitiative Humboldtn
Unter der Überschrift Humboldtⁿ haben sich im Jahr 2021 alle nordrhein-westfälischen Universitäten mit dem Wuppertal Institut zusammengeschlossen, um als Impulsgeberin Generationenverantwortung für Nachhaltigkeit und nachhaltiges Handeln in Forschung, Lehre, Verwaltung und Infrastrukturen zu verankern. Ganz im Sinne der Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt sollen die Grenzen wissenschaftlicher Forschung neu vermessen, Zielkonflikte von Nachhaltigkeit sichtbar gemacht und Lösungsansätze erprobt werden. Im Bereich Nachwuchsförderung kooperiert die Landesrektorenkonferenz der Universitäten in NRW mit der Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste.
Aktuelle Arbeitsschwerpunkte
Seit Beginn der Kooperation bildet das Querschnittsthema Nachhaltigkeit einen wichtigen Schwerpunkt der gemeinsamen Arbeit im Jungen Kolleg. Das Thema wird dabei bewusst breit verstanden und aus unterschiedlichen wissenschaftlichen und künstlerischen Perspektiven betrachtet. Die Arbeitsgruppen beschäftigen sich unter anderem mit nachhaltiger Forschung und Lehre, Wissenschaftskommunikation und -freiheit, Open Science, Resilienz, Narrativen, Diversität und Wahrheit sowie mit Fragen von Gesundheit, Bewegung oder Migration. Die Verbindung von Wissenschaft und Kunst eröffnet dabei immer wieder neue Zugänge zu komplexen Fragestellungen und trägt zu einem ganzheitlichen Problemverständnis bei.
Ergebnisse der Zusammenarbeit
Die Ergebnisse dieser Zusammenarbeit fließen in vielfältige Veranstaltungsformate ein. Dazu gehören die Nachhaltigkeitsforen des Jungen Kollegs ebenso wie Beiträge zur Leo-Brandt-Veranstaltung, Workshops, Podiumsdiskussionen, Vorträge und die Ausstellungsreihe „Encounters“. In diesen Formaten präsentieren die Mitglieder ihre wissenschaftlichen und künstlerischen Arbeiten, entwickeln gemeinsame Perspektiven und treten mit Öffentlichkeit, Wissenschaft und Kultur in den Dialog.
Das Junge Kolleg innerhalb der Akademie
Das Junge Kolleg ist zugleich ein Ort der Vernetzung innerhalb der Akademie. Die Kollegiat/innen beteiligen sich an Akademieveranstaltungen, arbeiten mit den ordentlichen Mitgliedern zusammen und bringen eigene Impulse in wissenschaftliche und gesellschaftliche Diskussionen ein. Aus dieser Zusammenarbeit entstehen neue Kooperationen, die häufig über die Zeit im Jungen Kolleg hinaus Bestand haben und den weiteren wissenschaftlichen oder künstlerischen Werdegang prägen.
Kontinuierliche Entwicklung
Mit jedem neuen Jahrgang kommen neue Fragestellungen, Erfahrungen und Perspektiven hinzu. So entwickelt sich das Junge Kolleg kontinuierlich weiter und bleibt ein Ort des offenen Austauschs zwischen Wissenschaft und Kunst – geprägt von Eigeninitiative, interdisziplinärer Zusammenarbeit und der gemeinsamen Suche nach Antworten auf die Herausforderungen der Gegenwart.